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Passt die Decke meinem Pferd?

Decken-Passform - so überprüfst Du ob die Decke passt 

 

Der Herbst/Winter ist da und die Decken-Saison ist eingeläutet. Wieder kommst Du mit einer neuen Decke in den Stall, legst sie mit Vorfreude aufs Pferd und lässt einen kritischen Blick von Hals bis Kruppe schweifen. Egal ob Outdoordecke, Abschwitzdecke, Ausreitdecke oder Führanlagendecke: Ein Gurt hier, ein Riemen da, noch ein bisschen Klett und irgendwie ist das Pferd dann schlussendlich eingepackt, nur kann es sich unter der Decke noch frei bewegen und wohlfühlen? Die Fragezeichen sind groß.

 

So ermittelst Du die richtige Größe

 

Miss den Rücken Deines Pferdes vom Widerrist bis zum Schweifansatz mit einem Maßband aus, um die Länge zu ermitteln. Dabei solltest Du beachten, dass das Maßband nicht zu straff wird, sondern flach und locker auf der Wirbelsäule des Pferdes liegt. Zusätzlich solltest Du die Proportionen Deines Pferdes mit einberechnen. Bei einem schmaler gebauten Pferd mit einer Rückenlänge von 145 cm könnte auch eine 140 cm Decke ausreichend sein. Ist das Pferd breiter gebaut würde eine Decke mit + 5 cm vielleicht besser passen. Hier kann Dir unsere Größentabelle helfen und am Ende gilt: Probieren geht über studieren und der Individualfall entscheidet. 

 

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Wenn Du eine neue Decke anprobierst, lege am besten zuerst eine Abschwitzdecke auf das Pferd. So bleibt die neue Decke sauber und kann, sollte sie nicht passen, problemlos umgetauscht werden. 

 

Die Begurtung 

 

Damit die Decke sicher sitzt und das Pferd nicht in der Bewegungsfreiheit einschränkt, müssen alle Verschlüsse korrekt eingestellt und angebracht werden. Im Brustbereich solltest Du darauf achten, dass die Verschlüsse nicht zu eng eingestellt werden, damit die Decke nicht einschneidet aber auch nicht zu weit, damit sie nicht hinter den Widerrist rutschen kann. Die Bauchgurte solltest Du ebenfalls individuell an das Pferd anpassen. Es sollte noch ungefähr eine flache Hand mit Luft zwischen Bauch und Gurte passen. Dann sollte die Decke weder nach links oder nach rechts rutschen können. Bei zwei Gurten werden die Gurte unter dem Bauch über Kreuz gelegt, sodass diese einen besseren Halt gewährleisten können. Unsere Decken haben entweder zusätzliche Beinschnüre, die um die beiden Hinterbeine befestigt werden, oder eine Schweifkordel, die hinten, unter den Schweif angebracht wird. Sind diese zu locker, können sie nicht ihren Zweck erfüllen, sind sie zu eng, schneiden sie womöglich ein. Hier gilt die Devise: Nicht zu locker und nicht zu eng. 

 

So überprüfst Du die Passform

 

Lege die neue Decke direkt auf Dein Pferd und verschließe sie ganz normal. Liegt die Decke zum ersten Mal auf dem Pferd und Du möchtest sie gegebenenfalls noch umtauschen, lege eine dünne Decke darunter, sodass die neue Decke sauber bleibt. Schiebe nun eine Hand zwischen Widerrist und Decke und lasse das Pferd vom Boden fressen. Kannst Du Deine Hand in dieser Position bequem und leicht herausziehen, dann ist genug Freiheit am Widerrist gegeben. 

 

Anschließend schiebe Deine Hand zwischen Buggelenk und Decke und lasse das Pferd ein paar Schritte gehen. Die Decke darf Deine Hand dabei nicht einquetschen. Fühlt es sich danach an, als hättest du genug Platz mit der Hand, dann sollte genug Schulterfreiheit gegeben sein. Es ist wichtig, dass der Halsausschnitt weit genug ist, jedoch nie soweit, dass die Decke hinter den Widerrist des Pferdes rutschen könnte. Das gilt für alle Pferdedecken

 

Exkurs Gesundheit - Wenn die Decke blockiert

 

Die Temperaturen werden kühler und Dein Pferd kommt Dir manchmal etwas spannig, verspannt vor oder beginnt sogar zu husten? Es muss nicht die Kälte sein, sondern kann mit der Passform der Decke zusammenhängen. 

 

“Mir wurden etliche Pferde vorgestellt, die über Monate mit sämtlichen verfügbaren Medikamenten, Antibiotika, Schleimlösern, Kortison, Tees und mehrfach täglichen Inhalationen, in Salzkammern und mit Ultraschallverneblern behandelt wurden - jedoch ohne Erfolg. Und alle diese Pferde hatten eines gemeinsam, nämlich eine Blockierung der Dornfortsätze im Widerrist. 

 

Anfangs dachte ich, diese Blockierung sei vielleicht durch den Husten ausgelöst worden, doch dann stellte sich heraus, dass nach der Beseitigung der Blockade auf einmal auch die Erkrankung abklang - und zwar unabhängig davon, wie lange sie zuvor schon bestanden hatte. Wie sich herausstellte geht dieser Zusammenhang so weit, dass Blockaden des  Widerrists die Entstehung von Atemwegserkrankungen sogar begünstigen können. Auf diesen Zusammenhang kam ich ausgerechnet durch eine der Hauptursachen für Widerristblockaden: Pferdedecken. 

 

In einem Oktober, in dem sehr viele Pferdebesitzer ihre Pferde bereits geschoren und somit eingedeckt hatten, wurden extrem viele Pferde mit Widerristblockaden und Atemwegserkrankungen vorgestellt. Schnell gerieten die Pferdedecken als mögliche Verursacher in meinen Fokus, denn ich untersuchte in dieser Zeit ja auch eine Menge anderer eingedeckter  Pferde, die keine Widerristblockaden oder Atemwegserkrankungen hatten. 

 

Alle betroffenen Pferde waren also eingedeckt, aber nicht alle eingedeckten Pferde betroffen. Bei der Überprüfung der Decken der erkrankten Pferde stellte sich heraus, dass tatsächlich alle diese Decken am Widerrist zu eng waren und drückten und die Besitzer bestätigten jeweils den zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Eindecken und dem Beginn des Hustens. Das heißt, die drückende Decke löste eine Blockierung im Widerrist aus, was wiederum die Anfälligkeit des Pferdes für Infektionen der Atemwege erhöhte.”

 

Julie von Bismark, Pferdeosteopathin und Autorin des Buches “Zusammenhänge im Pferd I und II” 

 

Oft steckt der Fehler im Detail. Solltest Du Fragen zur Passform der Pferdedecke haben oder Dir unsicher sein, dann wende Dich jederzeit gern an unser Service-Team. Wir stehen Dir mit Rat und Tat zur Seite, denn die Gesundheit und das Wohlergehen des Pferdes stehen für uns an oberster Stelle.

 

Liebe Grüße,

Dein EQM Team